WOOP und Tradition
Im Buch der Psychologin Gabriele OETTINGEN "Die Psychologie des Gelingens" geht es um WOOP - also eine psychologische Methode, wie man am besten mit der realen Wunscherfüllung oder Motivation für ein Gelingen eines Vorhabens vorgehen kann. Wir in der "1. Welt" haben sehr hoch angelegte Probleme. Im Vergleich mit Menschen der "3. Welt", mittelalterlicher Traditionen, Armut oder Diktaturen geht es uns meist viel besser, auch eher armen Menschen unserer Gesellschaft.
Dies ist der erste von mir gelesene diesbezügliche Ratgeber, wo die Autorin Menschen in fundamentalistisch-traditionellen Gesellschaften oder Diktaturen nicht außer Acht lässt und schlicht zugibt, dass ihre Methode in solch schlimmen Situationen nicht anwendbar ist, da die Freiheit der Entscheidung über das eigene Leben kaum gegeben ist:
"Traditionelle Gesellschaften haben eine größere Anzahl von Mechanismen zur Verfügung -
Rituale, Sitten und Gebräuche, Regeln, Gesetze, Normen -,
mit denen sie die Autonomie des Individuums beschneiden
und den Menschen bestimmte Rollen und Verantwortlichkeiten zuweisen.
In den Diktaturen unserer Welt ist auch heute noch der Handlungsspielraum eingeschränkt.
Wenn wir aber wenig Handlungsspielraum haben,
können wir kaum eigene Entscheidungen treffen,
äußere Faktoren bestimmen unser Tun und Lassen.
Die Herausforderung in diesen Gesellschaften
besteht in erster Linie darin,
dass Mesnchen ihren Lebensmut nicht verlieren
und durchhalten.
Die modernen westlichen Gesellschaften aber sind anders:
Sie lassen uns allein mit dem,
was man den "Fluch der Freiheit" nennen könnte. [...]"
Von mir weiter gedacht:
Menschen, die die Freiheit der Entscheidung über das eigene Leben positiv gegenüberstehen (dazu gehöre ich), sind in einer modernen liberalen Gesellschaft bestens aufgehoben. Menschen aber, die Konventionen und Traditionen über alles stellen, empfinden Freiheit als Fluch, als Angst vor Veränderung oä. Diese Menschen sind also in traditionellen Gesellschaften, die vorgeben, was sie zu tun und lassen haben, besser aufgehoben.
Fazit:
Hier würde die Idee des "Anything goes" vom Philosophen Paul Feyerabend passend. Es müsste also eine Welt geben, die zur Hälfte aus traditionellen Völkern und zur Hälfte aus Freiheit besteht, und jeder Mensch soll dann dort hingehen, wo es ihm am besten gefällt. Das wäre doch super!
Da das aber nicht geht:
Ich plädiere aber im Zweifel definitiv für eine Freiheitsgesellschaft. Denn innerhalb einer liberalen Gesellschaft ist es Gruppen jederzeit möglich, nach bestimmten Vorschriften zu leben (solange sie nicht massiv die Menschenrechte angreifen). Und Konservative können dann in frei gewählten traditionellen Gruppen leben und sich an diese Vorschriften halten. Umgekehrt ist es unmöglich: Eine streng konservative Gesellschaft erlaubt keine Liberalität - auch nicht für Menschen, die diese gerne hätten!
Dies ist der erste von mir gelesene diesbezügliche Ratgeber, wo die Autorin Menschen in fundamentalistisch-traditionellen Gesellschaften oder Diktaturen nicht außer Acht lässt und schlicht zugibt, dass ihre Methode in solch schlimmen Situationen nicht anwendbar ist, da die Freiheit der Entscheidung über das eigene Leben kaum gegeben ist:
"Traditionelle Gesellschaften haben eine größere Anzahl von Mechanismen zur Verfügung -
Rituale, Sitten und Gebräuche, Regeln, Gesetze, Normen -,
mit denen sie die Autonomie des Individuums beschneiden
und den Menschen bestimmte Rollen und Verantwortlichkeiten zuweisen.
In den Diktaturen unserer Welt ist auch heute noch der Handlungsspielraum eingeschränkt.
Wenn wir aber wenig Handlungsspielraum haben,
können wir kaum eigene Entscheidungen treffen,
äußere Faktoren bestimmen unser Tun und Lassen.
Die Herausforderung in diesen Gesellschaften
besteht in erster Linie darin,
dass Mesnchen ihren Lebensmut nicht verlieren
und durchhalten.
Die modernen westlichen Gesellschaften aber sind anders:
Sie lassen uns allein mit dem,
was man den "Fluch der Freiheit" nennen könnte. [...]"
Von mir weiter gedacht:
Menschen, die die Freiheit der Entscheidung über das eigene Leben positiv gegenüberstehen (dazu gehöre ich), sind in einer modernen liberalen Gesellschaft bestens aufgehoben. Menschen aber, die Konventionen und Traditionen über alles stellen, empfinden Freiheit als Fluch, als Angst vor Veränderung oä. Diese Menschen sind also in traditionellen Gesellschaften, die vorgeben, was sie zu tun und lassen haben, besser aufgehoben.
Fazit:
Hier würde die Idee des "Anything goes" vom Philosophen Paul Feyerabend passend. Es müsste also eine Welt geben, die zur Hälfte aus traditionellen Völkern und zur Hälfte aus Freiheit besteht, und jeder Mensch soll dann dort hingehen, wo es ihm am besten gefällt. Das wäre doch super!
Da das aber nicht geht:
Ich plädiere aber im Zweifel definitiv für eine Freiheitsgesellschaft. Denn innerhalb einer liberalen Gesellschaft ist es Gruppen jederzeit möglich, nach bestimmten Vorschriften zu leben (solange sie nicht massiv die Menschenrechte angreifen). Und Konservative können dann in frei gewählten traditionellen Gruppen leben und sich an diese Vorschriften halten. Umgekehrt ist es unmöglich: Eine streng konservative Gesellschaft erlaubt keine Liberalität - auch nicht für Menschen, die diese gerne hätten!
Mc Claudia - 13. Mär, 18:29